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Dankbarkeit




Das wichtige in Kürze

  • Dankbarkeit wirkt auf unser Leben, wenn wir sie richtig und regelmäßig praktizieren

  • Unser Gehirn verändert sich strukturell wenn wir Dankbar sind

  • Unser Gehirn hat einen Hang zum Negativen

  • Dankbarkeit funktioniert: je einfacher und grundlegender die Praxis desto wirkungsvoller

Sind wir nicht alle ... ein bisschen dankbar?!

Dankbarkeit ist doch ein ziemlich ausgelutschtes Thema. Wir wissen alle, dass wir in einem privilegiertem Land mit überdurchscnittlichem Wohlstand, sozialem Netz und gesundheitsversorgung leben. Deshalb sagt man sich hier auch immer: "Eigentlich müssten wir alle dankbar sein." "Nun sei doch mal dankbar." "Wir können uns doch nicht beschweren, uns geht es doch gut." Dankbarkeit ist fast schon ein inflationärer Begriff und wir neigen dazu dogmatisch in dieser Angelegenheit zu sein.

Es geht mir hier jedoch nicht darum, moralisch zur Dankbarkeit zu apellieren. Ich finde es sogar gut mal undankbar zu sein, ohne dabei zum ewigen Jammerlappen zu verkommen. Wir sollten uns sogar beschweren können!

Warum berichte ich dann eigentlich über Dankbarkeit?

Ganz einfach: weil sie wirkt! Wenn wir Dankbarkeit als nutzvolle Praxisin unserem Leben praktizieren wollen, dann ist es gut zu wissen, was Dankbarkeit in unserem Leben bewirkt. Außerdem ist es brauchbar die Mechanismen zu kennen die Wirksam sind und wir sollten wissen wie wir es richtig angehen. Damit wir einen Nutzen davon haben.


Unser Gehirn klebt am Negativen

Was man wissen muss: Wir können unser Gehirn positiv, wie auch negativ beeinflussen. Zum einen liegt das daran, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und dann was wir entscheiden zu tun, wenn wir uns einer bestimmten Sache zugewandt haben. Gut zu wissen oder?

Achtung: Jetzt kommt die wichtige Randnotiz. Unser Gehirn hat ein Negativtendenz. Das heißt, wir sind aufmerksamer den negativen Zuständen und Geschehnissen und können diese besser langfristig neuronal verknüpfen (also sich merken). Das ist evulotionsbedingt überlebenswichtig (gewesen).

Der Neurowissenschaftler Rick Hanson hat das herausgefunden. Ein negativer Zustand, ein Geschehnis oder eine Situation braucht nur ca. 3 Sekunden, um in unserem Gehirn Spuren zu hinterlassen und das nachhaltig. Ein positiver Zustand benötigt dagegen satte 10 bis 20 Sekunden. Weißt du eigentlich wie lange das ist? Das ist ziemlich lang! Normalerweise wenden wir uns von den schönen Dingen schon immer ab, bevor sie uns heilen können und sich in unseren Gehirstrukturen abbilden können. Wir registrieren: "Oh, ein schöner Sonnenaufgang!" und wenden uns dann schon wieder ab. Über unangenehme Sachen grübeln wir hingegen viel länger. Diese wirken somit nachhaltiger.

Was musst Du also wissen? Die Dauer der Aufmerksamkeit bestimmt wie gut sich ein positiver Gedanke oder angenehmes Geschenis in unserem Kopf verdrahten.



Warum Dankbarkeit alleine meistens nicht funktioniert?

Ja wir wissen uns geht es gut. Uns sagt man ständig, schon seit unserer Kindheit: "Über die kleinen Dinge im Leben soll man sich freien!" Das ist alles richtig hilft uns aber hierbei nicht herausragend. Denn nachdem was Du oben gelesen hast weißt Du nun über die Negativtendenz des Gehirns bescheid. Also: Überall, wo wir dankbar für den Geruch des Kaffees sind, über das Gänseblümchen am Wegesrand sind und so weiter. Folgen auch immer wieder Dinge wie: Der Kaffee ist schon wieder kalt, warum lässt mich eigentlich niemand in Ruhe arbeiten oder entspannen ... und? Genau mit der Dankbarkeit ist es vorbei. Das Gehirn ist wieder im Negativmodus und startet das Programm: "Undankbarkeit und Widerstand".

Das heißt nicht, dass Du dich nicht mehr über die Kleinigkeiten freuen sollst. Ganz im Gegenteil, je häufiger Du übst, dich zu freuen, desto besser wird deine Aufmerksamkeit auf diese Dinge gelenkt und deine Aufmerksamkeitsdauer wird auch verlängert. Das heißt man kann das üben! Und das sollte man auch.

Die richtige Dankbarkeits-Praxis finden

Man hat festgestellt, dass dieses "Undankbarkeits-Programm" einem gerade anfangs in die Dankbarkeitspraxis grätschen kann. Deshalb ist es wichtig am Ball zu bleiben. Und stetig weiterzuüben auch wenn es uns mal schwer fällt. Vertraue mir es lohnt sich! Das Gehirn übt sich darin, dankbar zu sein. Und egal wie alt Du bist, Dein Gehirn verdrahtet sich permanent neu- Das nenn man Neuroplastizität.


Dankbarkeit kannst Du üben. Sie ist wie ein Muskel. Wenn Du sie übst, klingt sie nach. Neurowissenschaftler haben das untersucht und wisssen:

Dankbarkeit ist selbsterhaltend!


Je einfacher desto besser

Also: Was musst Du jetzt tun?

Man hat bemerkt, dass es häufig besser wirkt dankbar für sehr grundlegende Dinge oder Gegebenheiten zu sein.

Folgende Dinge können das sein

  • Deine Existenz

  • dass Du am Leben bist

  • Der Planet Erde

  • Das Universum

  • Dass es Blumen und Tiere gibt

  • Deine Siege und Niederlagen

  • Deine Möglichkeit zu lernen

Es geht einfach darum, dass du dir bewusst wirst, was bei Dir wirkt. Dazu bedarf es einem Quäntchen Achtsamkeit und Selbstgefühl und etwas Probieren. Du findest heraus, was ist für mich wirksam und nachhaltig. Höre dabei auf deinen Körper und seine Signale: Gefühl von Wärme, Geborgenheit, einkehrender Frieden, Dein Atem wird langsamer sind Signale, die dir ein guter Indikator sein können, ob das was du gerade tust Wirksam ist.

Manchmal reicht es auch einfach aus Dir zu sagen "Ich bin dankbar!". Das kannst Du als Mantra aufsagen. Dabei dich in den Zustand dieser erhöhten Zustände, wie hier beschrieben zu bringen. Dankbarkeit auch zu spüren.

Was auch geht: Stelle dir vor, wofür du dankbar bist. Und dann was wäre, wenn Du das nie erlebt hättest oder diesen Menschen nie kennengelernt hättest, diese Hürde niemals gemeistert hättest. Was wäre dann? Würdest Du Dich nach etwas sehnen? Würde Dir etwas fehlen? Und dann nach einer Weile wieder zurück zu kommen zu diesem geliebten Menschen, Deinem Haustier, Wegbegleiter, Deiner einmaligen Fähigkeit oder was es war wofür Du dankbar bist.


Dankbarkeit als Ritual zu praktizieren

Auch wenn ich nicht immer Dankbarkeit meditiere, führe ich doch morgens mein Dankbarkeitsbüchlein. Ich schreibe einfach drei Dinge auf, die mir spontan in den Sinn kommen. Es ist nicht bedeutend, dass es etwas wivchtiges oder Bedeutendes ist worüber Du dankbar bist. Mit spontanen Dingen kann man sich eher verbinden. Und dann genau bewußt zu werden, was das genau in deinem Leben macht oder warum du dafür dankbar bist. Das kann ruhig etwas dauern! Keine Eile: Denkt an die 20 Sekunden ;)


Dankbarkeit im Gehirn

Wenn Du bis hierhin gelesen hast, dann willst Du es wirklich wissen.

In wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass Menschen, die regelmäßig Dankbarkeit praktizieren, Aktivität in speziellen Gehirnteilen zeigen. Unter anderem ist das der Frontallappen des Großhirns, wo unser Persönlickeitszentrum sitzt. Dort entwickeln wir auch Ideen.

Menschen mit Angst und Depressionen verspüren in entsprechenden Programmen eine Linderung. Und gesunde Menschen fühlen sich glücklicher.


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