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  • Björn

Meditation - Reine Kopfsache


Wie die meisten wissen, komme ich aus der Wissenschaft. Ich habe mich schon seit meiner Kindheit für's Experimentieren und für alles Naturwissenschaftliche begeistert. Warum mache gerade ich dann Meditation? Genau: Weil sie funktioniert! Es gibt viele interessante Untersuchungen was im menschlichen Gehirn passiert, während wir meditieren. Außerdem findest du im Artikel auch Gehirnscans mir!

Das wichtigste in Kürze

1. Meditation beeinflusst die Ausprägung und äußere Form unseres Gehirn positiv.

2. Gefühle sind erlernbar und können gezielt erprobt werden.

3. Vorteile von Meditation: Emotionskontrolle, Aufmerksamkeitslenkung, Schermzempfindlichkeit und Mitgefühl werden verbessert.

4. Das Gehirn arbeit effizienter und zielgerichteter. In Kohärenz.

5. Erfahrene Meditierende können sehr hohe Energieniveaus (wie Gamma) in der Meditation wiederholbar erreichen.


Meditation in der Wissenschaft

Für Neurowissenschaftler und Psychologen wird Meditation in den letzten 20 Jahren immer interessanter. In der Vergangenheit haben sich Psychologen vorrangig mit negativen Phänomenen in der menschlichen Psyche beschäftigt. So standen Themen wie Angststörungen, Depressionen und Schizophrenie häufig im Fokus. Also: Wie heilt oder behandelt man unerwünschte Geistezustände. Doch die sogenannte positive Psychologie hält immer mehr Einzug in die Psychologie. Bedeutet: Gibt es Methoden und Mechanismen den Menschen langfristig psychologisch gesund zu halten und die psychologische Gesundheit zu steigern.

Zur Bestimmung und Messung der Geistigen Tätigkeit wenden Wissenschaftler Methoden wie MRT (Magnetresonanztomographie) oder QEEG (Quantitatives Elektroenzephalogramm) ein. Damit kann man genau bestimmen wie das Gehirn aussieht, welche Bereiche aktiv sind, welche Energie dort herrscht und welche Gehirnwellen gerade in welchem Bereich sind. Vorreiter in der Untersuchung ist die Wissenschaftlerin Tanja Singer. Sie hat viele Messungen von Menschen, während diese meditierten gemacht und ist zu verblüffenden Ergebnissen gekommen.

Neuroplastizität

Früher dachte man unsere Fähigkeit zu lernen wäre als Kind am größten und würde mit der Zeit immer mehr abnehmen. Demnach schloss man auch darauf, dass sich der Charakter mit der Zeit festigte und wir im Alter entsprechend weniger flexibel sind. Heute weiß man, dass sich das Gehirn während des gesamten Lebens in ständigem Wandel befindet. Dieses Knüpfen neuer neuronaler Verbindungen (Nervenzellen die miteinander eine Verbindung eingehen) und Ausbilden bestimmter Strukturen nennt man Neuroplastizität. Genauso wie es neuronale Netzwerke für einfach Dinge wie "Apfel" oder "Auto" gibt, so gibt es auch komplexe Netzwerke für unseren Charakter und Emotionen. Diese Netzwerke liegen häufig in den älteren Gehirnregionen und knüpfen auch an Hormondrüsen, wie dem blauen Kern im Hirnstamm an, die Verschiedene Hormone in den Körper abgeben. Die Hormone lassen uns unsere Gedanken als Emotionen körperlich spüren. Man fand später heraus, dass wir wenn wir Mitgefühl in der Meditation regelmäßig praktizieren, dann steigert dieses auch unser Vermögen Mitgefühl zu spüren und zu geben. Das ist verblüffend: Mitgefühl lässt sich erlernen!

Man fand in Studien heraus, dass Probanden mit Stress ohne weitere Erkrankungen nach einem achtwöchigen MBSR-Kurs angaben, weniger Angst zu haben. Dieses wurde durch Gehirnscans bestätigt:

1. Die Menge an graue Masse (Konzentration von Nervenzellen) im Bereich der Amygdala (Teil des limbischen Systems (emotionale Äußerungen) und wird unser "Angst- oder Gefahrzentrum" genannt) wurde messbar sicher reduziert.

2. Die Probanten hatten weniger Gehirnaktivität in dieser Region.

Doch das lässt sich noch steigern: Bei Matthieu Ricard, einem bekannten Buddhistischen Mönch, konnte man sogar nachweisen, dass die Größe dieser Region reduziert wird! Das heißt unser Gehirn ändert sich sogar äußerlich in seiner Gestalt durch Meditation!

Wer regelmäßig für ca. 20 Minuten täglich meditiert, erhöht die graue Substanz im Frontallappen (Zentrum für Ratio, Reflexion, Kognition) und reduziert die graue Substanz in der Amygdala, sodass wir weniger in Stress und Angst geraten.


Glück ist kein Zufall, sondern jeder kann es erlernen«, Matthieu Ricard.


Das Gehirn arbeitet effizienter

Das Gehirn lässt sich nicht so einfach steuern oder mannipulieren. Das merken wir besonders während wir meditieren: ständig entstehen Gedadnken und wir sind abgelenkt. In den meisten Meditationen wenden wir uns nach innen. Wissenschaftler bezeichnen diesen Zustand des Gehirns als Default Mode Network. Anfänger können diesen Zustand wenige Millisekunden am Stück halten, bis das Gehirn wieder ins "Außen" geht. Erfahrenen Meditierende halten diesen Zustand länger.

Das Gehirn besteht aus vielen Unterschiedlichen Regionen, die alle unabhängig voneinander arbeiten können und dieses auch tun. So kann es kommen, dass wir uns ständig von Dingen, auf die wir uns konzentrieren wollen ablenken und abschweifen. Durch Meditation können wir die Aktivität unseres Gehirns verknüpfen. Also in einen Gehirnzustand eintreten, in dem das Gehirn als eine Einheit die gleiche Wellenstruktur zeigt. Man nennt das Gehirnkohärenz. Das ist äußerst gesund für das Gehirn und wir fühlen uns wenn unser Gehirn in solche Zustände eintritt sichlich wohl und vollständig.


2017 nahm ich an einem viertägigen Meditationsretreat teil, bei dem vorher und nachher Gehirnscan

mit QEEG durchgeführt wurden. Vor dem Retreat gelang es mir kaum Gehirnkohärenz zu produzieren. In dem Retreat wurde uns beigebracht Höhere Geisteszustände zu erreichn, indem wir einfach Loslassen und uns in Hingabe üben. Der Gehirnscan unten zeigt, dass es mir am Ende des Retreats möglich war in Meditation in absolute Gehirnkohärenz einzutreten. Die roten Bereiche zeigen,wenn das gesamte Gehirn sowohl die gleich Frequenz als auch absolut Phasengleich arbeitet. Diese Zustände konnte ich damals schon nach einer Minute reproduzieren.


Meditation - Brain on Fire!

Viele denken, um gut oder richtig zu meditieren muss sich das Gehirn beruhigen und ähnlich wie bei einer Trance in einen niedrigen Energiezustand gehen. Gehirnfrequenzen wie Theta oder Delta, wie sie bei Hypnose erreicht werden, sind in der Meditation auch üblich. Aber man kann nicht sagen, dass dieses das Ziel einer Meditation sein kann. Auch Gehirnfrequenzen mit höherer Energie werden durchaus bei erfahrenen Meditierenden gefunden. Buddhistische Mönche mit jahrzentelanger Meditationspraxis konnten mit Gamma-Gehirnwellen bei bestimmten Meditationsübungen reproduzierbar erreichen und über mehrere Minuten halten. Gamma-Gehirnwellen sind die Gehirnwellen mit der höchsten Frequenz und treten bei Erwachsenen Menschen nur bei außergewöhnlichen Erlebnisssen auf. DieMönche konnten also auf diese Weise eine Frequenz erzeugen, in dem ihr Gehirn auf Super-Energie geschaltet hat. Im Gamma-Zustand kann das Gehirn außergewöhnlich gut lernen und verpasst nichts. Man kann also nicht pauschal davon ausgehen, dass Meditation einschläfernd wirkt. Mit jahrelanger Übung kann ein Gehirn in einen kohärenten Gammazustand gehen. Was bedeutet, dass das gesamte Gehirn in einen Zustand geht in dem das ganze Gehirn sich auf eine Aufgabe konzentriert und das auch noch mit sehr viel Energie und Potential. Wir wissen noch nicht viel über diesen Zustand und was die Menschen in diesem Gehirnfrequenzbereich aufnehmen.

Auf dem Bild unten siehst du eine 3D-Aufnahme meines Gehirns vom gleichen Retreatwie oben. Die Gehirnfrequenz in den roten Bereichen ist bei über 50Hz, also im Gamma. Heißt bei dieser Meditation hat mein Gehirn nur so vor Energie gesprüht.




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